Der Weihnachtsbaum: Nachhaltige Verwertung bei SWN
Herkunft und Aufzucht: Ein Baum wächst nicht über Nacht
Mit rund 80 Prozent Marktanteil ist die Nordmanntanne der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland. Ihren Ursprung hat sie im Süd-Kaukasus, insbesondere in Georgien, wo Zapfenpflücker die Zapfen in schwindelerregender Höhe von den Bäumen ernten. Die Samen werden anschließend nach Deutschland transportiert und in Baumschulen ausgesät.
Dort wachsen sie mehrere Jahre zu Setzlingen heran, bevor sie in speziellen Weihnachtsbaumkulturen ausgepflanzt werden. Erst nach acht bis zwölf Jahren ist eine Tanne groß genug, um als Weihnachtsbaum verkauft zu werden – ein langer Prozess, der Geduld und Pflege erfordert.
Warum der Weihnachtsbaum Tradition hat
Der geschmückte Weihnachtsbaum ist fester Bestandteil der Festtage, seine Wurzeln reichen jedoch weit zurück. Schon in heidnischen Wintersonnenwend-Bräuchen galten immergrüne Zweige als Symbol für Leben und Hoffnung in der dunklen Jahreszeit.
Mit dem Christentum wandelte sich die Bedeutung: Die Tanne stand für das ewige Leben, Kerzen für das Licht Christi. Ab dem 16. Jahrhundert, vor allem im Elsass, setzte sich der Brauch durch, ganze Bäume zu schmücken – eine Tradition, die sich von dort aus weltweit verbreitete.
Echter Baum oder Plastik? Eine Frage der Nachhaltigkeit
Plastik-Weihnachtsbäume gelten oft als praktische Alternative, schneiden in der Ökobilanz jedoch deutlich schlechter ab. Produktion, Transport – häufig aus dem fernen Osten – und spätere Entsorgung als Plastikmüll belasten die Umwelt erheblich.
Studien zeigen, dass ein künstlicher Weihnachtsbaum rund 17 Jahre genutzt werden müsste, um ökologisch mit einem echten Baum gleichzuziehen. Für viele spricht das klar für den natürlichen Weihnachtsbaum
Nach den Feiertagen: Wohin mit dem Weihnachtsbaum?
Nach dem Fest stellt sich jedes Jahr dieselbe Frage: Wohin mit der Tanne? In Neumünster ist die Entsorgung klar geregelt. Vom 6. Januar bis zum 1. Februar stehen den Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche öffentliche Sammelstellen zur Verfügung. Diese werden vom Technischen Betriebszentrum (TBZ) angefahren, das Ablegen der Bäume ist kostenlos.
Unabhängig vom Sammelzeitraum nimmt das SWN-Wertstoffzentrum Weihnachtsbäume ganzjährig an. Bei Privatanlieferungen werden die Tannen als Gartenabfälle abgerechnet.
Vom Sammelplatz ins Wertstoffzentrum Neumünster
Die an den Sammelstellen abgelegten Weihnachtsbäume stammen aus dem gesamten Stadtgebiet Neumünster. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 65,25 Tonnen Weihnachtsbäume vom TBZ zum SWN-Wertstoffzentrum gebracht – Privatanlieferungen nicht eingerechnet. Insgesamt sind die Mengen leicht rückläufig.
Damit der Verwertungsprozess reibungslos funktioniert, bittet das SWN-Wertstoffzentrum darum, die Bäume vollständig von Schmuck, Lametta und Draht zu befreien. Fremdstoffe müssen ansonsten mühsam von Hand entfernt werden.
So werden Weihnachtsbäume bei SWN zu Kompost und Energie
Im Wertstoffzentrum Neumünster werden die Tannen zunächst zerkleinert und gemeinsam mit anderem Grünschnitt kompostiert. Während des gesamten Prozesses werden Temperatur und Feuchtigkeit kontinuierlich kontrolliert. Die Komposthaufen werden regelmäßig umgesetzt, sodass mehrere Mieten in unterschiedlichen Reifestufen entstehen.
Nach etwa zwölf Wochen ist aus dem Rohmaterial feiner Kompost geworden. Anschließend wird das Material gesiebt:
Der grobe Anteil wird energetisch verwertet und in einem Biomasse-Heizkraftwerk zur Erzeugung von Wärme und grünem Strom genutzt. Der feine Anteil wird zu hochwertigem, 100 Prozent natürlichem Kompost.
Hochwertiger Kompost für Landwirtschaft und Garten
Der fertige Kompost erfüllt höchste Qualitätsstandards und wird direkt am Wertstoffzentrum Neumünster verkauft – an Landwirte, Garten- und Landschaftsbauer sowie Privatpersonen. Ein besonderer Service: Wer mit einem Anhänger kommt, kann den kostenlosen Beladeservice nutzen. Ein Mitarbeiter belädt den Anhänger mithilfe eines kleinen Radladers – schnell, bequem und kraftsparend.
Ein regionaler Kreislauf mit Zukunft
Weihnachtsbäume sind in Neumünster weit mehr als saisonaler Abfall. Sie werden durch die Stadtwerke Neumünster Teil eines regionalen Stoffkreislaufs, der Ressourcen schont, erneuerbare Energie erzeugt und hochwertigen Kompost liefert. Auch wenn es derzeit keine Pilotprojekte für Produkte wie Möbel oder Dämmstoffe gibt, stehen optimierte Kompostierungsverfahren und eine effizientere Biomasse-Nutzung im Fokus der kommenden Jahre.