Verkehr

Fahrplanwechsel in Neumünster: Warum bauen wir SWN Hin&Wech weiter aus?

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 verändert sich der Nahverkehr in Neumünster. Im Mittelpunkt steht der Shuttleservice Hin&Wech, der künftig noch mehr Menschen flexibel ans Ziel bringen soll. Doch was steckt hinter dem Ausbau? Hier findest du die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen ÖPNV-Angebot. 

Hin&Wech in Neumünster: Ein Angebot, das immer mehr Menschen nutzen

Ob auf dem Weg zum Einkaufen, zum Arzttermin oder nach Hause: Mobilität muss zum Alltag der Menschen passen. Genau hier setzt Hin&Wech an. Der flexible Shuttleservice von SWN (Stadtwerke Neumünster) fährt ohne festen Fahrplan und bringt Fahrgäste nach vorheriger Buchung von einem Haltepunkt zum nächsten. Die Fahrten richten sich dabei nach dem tatsächlichen Bedarf.

Dass dieses Konzept in Neumünster ankommt, zeigen die Fahrgastzahlen. Sonntags ist die Nachfrage inzwischen nahezu sechsmal so hoch wie im früheren Linienverkehr. Auch die Zahl der Registrierungen wächst: Mehr als 47.000 Menschen haben sich mittlerweile für Hin&Wech angemeldet.

Für SWN ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal. Der Wunsch nach flexiblen Verbindungen ist groß – und das nicht nur am Wochenende. Mit dem kommenden Fahrplanwechsel wird das Angebot deshalb weiter ausgebaut. Ziel ist ein Nahverkehr, der sich stärker daran orientiert, wann und wo die Menschen in Neumünster unterwegs sind.

Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026: Das ändert sich in Neumünster

Mit dem Fahrplanwechsel erweitert SWN das Hin&Wech-Angebot sowohl zeitlich als auch räumlich. Besonders am Samstag gibt es Veränderungen: Ab 4 Uhr morgens übernimmt Hin&Wech den Verkehr im gesamten Bediengebiet. Die Buslinien 1, 11, 5 und 77 bleiben weiterhin bestehen.

Auch unter der Woche entstehen neue Möglichkeiten. Von Montag bis Freitag wird die Tagzone unter anderem auf Wittorf und die Störwiesen ausgeweitet. Dort können Fahrgäste Hin&Wech künftig zwischen 5 und 20 Uhr nutzen.

Eine weitere Neuerung ist der sogenannte Ringschluss. Er ermöglicht zusätzliche direkte Verbindungen zwischen verschiedenen Stadtteilen. So können Fahrgäste beispielsweise von Wittorf zum Ärztehaus in Gadeland oder zum Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) fahren, ohne zunächst über den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) umsteigen zu müssen.

Gerade aus Wittorf kam der Wunsch nach einer Hin&Wech-Anbindung. Mit der Erweiterung reagiert SWN auf diese Nachfrage und schafft neue Verbindungen für alltägliche Wege.

Damit künftig mehr Menschen das Angebot nutzen können, wird auch die Fahrzeugflotte aufgestockt: Zum Fahrplanwechsel wächst sie von 17 auf 22 Shuttles.

Warum flexible Shuttles den klassischen Busverkehr ergänzen

Hinter den Veränderungen steht die Frage, wie sich der Nahverkehr in Neumünster langfristig attraktiv und wirtschaftlich gestalten lässt. Anders als größere Städte verfügt Neumünster weder über eigene Busspuren noch über eine flächendeckende Bevorrechtigung an Ampeln. Zusätzliche Linienbusse würden deshalb nicht zwangsläufig schnellere Verbindungen ermöglichen, aber höhere Kosten verursachen.

SWN setzt daher weiterhin auf eine Kombination aus Linienverkehr und Hin&Wech. Gut genutzte Busverbindungen bleiben bestehen, darunter beispielsweise die Samstagsfahrten zum Designer-Outlet und saisonale Verbindungen zum Einfelder See.

 

Hin&Wech buchen: Flexibel unterwegs, auch ohne Smartphone

Ob spontan oder bis zu sieben Tage im Voraus: Hin&Wech lässt sich bequem über die App buchen. Anders als beim klassischen Linienbus gibt es keine festen Abfahrtszeiten. Stattdessen werden Fahrtwünsche gebündelt und passende Verbindungen angeboten.

Auch ohne Smartphone ist die Buchung möglich. Ab dem 13. Dezember 2026 ist die Hin&Wech-Hotline unter 04321 202-6955 täglich von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Voraussetzung ist ein einmalig eingerichtetes Kundenkonto. Wer dabei Hilfe benötigt, kann sich persönlich an SWN wenden.

Gerade zu stark nachgefragten Zeiten kann es zu Wartezeiten kommen. Wer einen wichtigen Termin erreichen muss, sollte deshalb möglichst früh buchen und ausreichend Zeit für die Fahrt einplanen.

Alle Infos zum Umsteigen in Neumünster

ÖPNV in Neumünster: Mobil bleiben mit und ohne App
 

Wie wichtig neben einer einfachen Buchung auch die persönliche Unterstützung sein kann, zeigt eine Alltagsszene vor einem Supermarkt in Neumünster-Gartenstadt: Ein Hin&Wech-Shuttle hält am Haltepunkt, der Fahrer holt behutsam den Rollator aus dem Fahrzeug und hilft einer älteren Dame beim Aussteigen.

Dass Hin&Wech auch im höheren Alter genutzt wird, zeigen die Fahrgastzahlen. Besonders stark vertreten sind Menschen zwischen 65 und 75 Jahren. Auch Fahrgäste über 90 Jahre nutzen den Shuttleservice regelmäßig, teilweise ganz selbstverständlich über die App.

„Gerade für ältere Menschen und Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen ist die persönliche Unterstützung wichtig. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kann gezielt ein entsprechend ausgestattetes Fahrzeug buchen. Unsere Fahrerinnen und Fahrer helfen beim Einsteigen und kümmern sich um die sichere Beförderung“, erklärt Saskia Ullrich, Pressesprecherin von SWN.

Auch bei Arztbesuchen zeigt sich, wie die Unterstützung im Alltag funktionieren kann. Viele Arztpraxen übernehmen inzwischen für ihre Patientinnen und Patienten die telefonische Buchung der Rückfahrt. So lässt sich der Heimweg auch ohne eigenes Smartphone organisieren.

Ebenso können Fahrgäste mit Schwerbehindertenausweis und gültiger Wertmarke Hin&Wech im Rahmen der gesetzlichen Regelungen kostenfrei nutzen. Wer besondere Unterstützung benötigt, sollte dies möglichst bereits bei der Buchung angeben, damit ein geeignetes Fahrzeug eingeplant werden kann.

Fahrgäste, die über viele Jahre mit festen Buslinien unterwegs war, müssen sich allerdings erst an das neue Angebot gewöhnen. Dafür hat SWN Verständnis und bietet deshalb persönliche Unterstützung an. Mitarbeitende erklären die Buchung unter anderem in Seniorenwohnheimen und helfen bei Fragen rund um Hin&Wech in der Rendsburger Straße weiter.

Nahverkehr in Neumünster: Mobilität zwischen Kosten und Klimazielen

Wie lässt sich der Nahverkehr attraktiver gestalten, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen? Diese Frage beschäftigt auch SWN. Der Stadtverkehr in Neumünster verursacht jährlich ein Defizit von rund 7,5 Millionen Euro, das der SWN-Konzern trägt. Gleichzeitig sollen sich die Fahrgastzahlen verdoppeln und der öffentliche Nahverkehr bis 2035 klimaneutral werden.

Allein die vollständige Umstellung der bisherigen Dieselbusflotte auf Elektrobusse würde nach SWN-Berechnungen Investitionen von rund 60 Millionen Euro erfordern. Eine Finanzierung in dieser Größenordnung ist derzeit nicht darstellbar. Doch nicht nur der Antrieb entscheidet über die Zukunft des Nahverkehrs. Ebenso wichtig ist, wie gut die Angebote genutzt werden und wie sich vorhandene Mittel sinnvoll einsetzen lassen.

Hin&Wech ist ein Teil dieser Entwicklung. Seit dem Start im August 2020 hat sich der Shuttleservice zu einem festen Bestandteil des Neumünsteraner Nahverkehrs entwickelt. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 geht SWN den nächsten Schritt. Dabei bleibt das Ziel, Linienverkehr und flexible Angebote so miteinander zu verbinden, dass Mobilität auch künftig möglichst vielen Menschen offensteht und langfristig finanzierbar bleibt.

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