Wie wird Fernwärme und Strom in Neumünster erzeugt?
MBA und TEV machen aus
Restmüll Fernwärme für Neumünster
Wärme aus der Heizung, warmes Wasser aus dem Hahn und Strom aus der Steckdose – im Alltag ist all das selbstverständlich. Doch hinter der Energieversorgung steckt ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Anlagen.
In Neumünster werden Fernwärme und Strom unter anderem aus aufbereitetem Restmüll erzeugt. Wie das funktioniert und welche Rolle die Mechanische Behandlungsanlage für Abfälle (MBA) und die Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) dabei spielen, erfährst du hier.
Vom Restmüll zur Fernwärme
Der Weg der Energie beginnt mit dem Restmüll aus den grauen Tonnen. In der Mechanischen Behandlungsanlage für Abfälle (MBA) wird der Restmüll zunächst aufbereitet. Dabei werden verschiedene Materialien sortiert, zerkleinert und verarbeitet. Aus den geeigneten Bestandteilen entsteht ein sogenannter Ersatzbrennstoff. Dieser wird anschließend zur Thermischen Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) transportiert.
Wie entstehen Fernwärme und Strom?
In der TEV wird der Ersatzbrennstoff thermisch verwertet. Dabei entsteht Energie, die sowohl für die Fernwärmeversorgung als auch für die Stromerzeugung genutzt werden kann. Die erzeugte Wärme wird in das Fernwärmenetz eingespeist und versorgt zahlreiche Haushalte, Unternehmen und öffentliche Gebäude in Neumünster.
Die Stationen der Energieerzeugung
Mechanische Behandlungsanlage für Abfälle (MBA)
In der MBA werden Restabfälle aufbereitet und für die weitere Nutzung vorbereitet.
Zum Restmüll gehören beispielsweise:
- Küchen- und Hygieneabfälle
- Kunststoffe
- Verpackungsreste
- weitere nicht getrennt gesammelte Abfälle
Aus geeigneten Bestandteilen wird ein Ersatzbrennstoff hergestellt, der anschließend energetisch genutzt werden kann.
Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV)
Die TEV verarbeitet den in der MBA produzierten Ersatzbrennstoff. Die Anlage wurde 2005 in Betrieb genommen und ersetzte einen der damaligen Kohlekessel. Dort wird der Ersatzbrennstoff in einem speziell dafür ausgelegten Verfahren thermisch verwertet. Die dabei entstehende Energie wird für die Erzeugung von Fernwärme und Strom genutzt.
Entwicklung der Wärmeerzeugung in Neumünster
Die Wärmeerzeugung in Neumünster wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Seit Mitte 2023 wurden die verbliebenen Kohlekessel schrittweise außer Betrieb genommen. Die finale Abschaltung erfolgte Anfang 2024. Heute unterstützen moderne Erdgaskessel die Wärmeversorgung und ergänzen die TEV je nach Wärmebedarf und Jahreszeit. Im Jahr 2026 wurde zudem ein Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 eingeführt.
Fernwärme in Neumünster
Die erzeugte Wärme wird über das Fernwärmenetz direkt zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort wird sie für die Raumheizung und die Warmwasserversorgung genutzt. So entsteht aus verschiedenen Energiequellen eine zentrale Wärmeversorgung für zahlreiche Haushalte und Gebäude in Neumünster.
FAQ zur Energieerzeugung in Neumünster
Fernwärme wird unter anderem durch die thermische Verwertung von Ersatzbrennstoffen erzeugt. Die dabei entstehende Wärme wird in das Fernwärmenetz eingespeist und an angeschlossene Gebäude verteilt.
Die Mechanische Behandlungsanlage für Abfälle (MBA) bereitet Restmüll auf. Dabei entstehen unter anderem Ersatzbrennstoffe, die anschließend energetisch genutzt werden können.
Die Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) verwertet die in der MBA erzeugten Ersatzbrennstoffe. Dabei entstehen Wärme und Strom.
Bestimmte Bestandteile des Restmülls werden in der MBA aufbereitet und zu Ersatzbrennstoff verarbeitet. Dieser wird anschließend in der TEV thermisch verwertet. Dabei entsteht Energie für die Wärme- und Stromerzeugung.
Nein. Die letzten Kohlekessel wurden 2024 außer Betrieb genommen.
Die Fernwärme wird für die Beheizung von Gebäuden und die Warmwasserversorgung in Neumünster genutzt.
Mit dem SWN-Adress-Check kannst du prüfen, ob für deine Adresse ein Fernwärmeanschluss verfügbar ist oder perspektivisch infrage kommt.
Für die Emissionen der TEV gelten die gesetzlich festgelegten Grenzwerte der 17. BImSchV, der Bundesemissionsschutzverordnung. Diese sind unser Bezugswert gleich 100 Prozent. Mit der Ratsversammlung wurde vereinbart, dass die TEV maximal 10 % der gesetzlich zugelassenen Grenzwerte ausstoßen darf. Wöchentlich werden diese Werte ermittelt und bekanntgegeben. Sie liegen stets sogar noch deutlich unterhalb der 10 %-Grenzen.
Was passiert mit dem Restmüll?
Die schwarze Restmülltonne wird alle zwei Wochen geleert. Doch was passiert mit dem Abfall danach? Erfahre, wohin der Restmüll geht und wie er weiterverwertet wird!
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